Mercedes Benz Fashionweek - Berlin

Dienstag, 12. Juli 2011

Mode bestimmte in der letzten Woche das Berliner Stadtgeschehen. Die Fashionweek Berlin, die sich mehr und mehr vom Geheimtipp zur ernstzunehmenden Modewoche mausert, wurde auch in diesem Jahr von jungen europäischen Designern bestimmt. Die eindrücklichsten Werke lieferten allen voran Iris van Herpen, aber auch Dawid Tomaszewski, Mongrels in Common und Allude ab. Hier die Highlights:

Iris van Herpen: Das was die 28-jährige Designerin vorstellte, waren tragbare Kunstwerke feinster Handarbeit. Mit einer Mischung aus Poesie und symmetrischen Konstruktionen wurde man bei deren Anblick stark an die Handschrift von Alexander McQueen erinnert.

Bilder: www.vogue.com

Kleider aus gedrehten Spiralen schillerten wie ein Käferpanzer oder waren dem menschlichen Skelett nachempfunden und Schultermodellagen an einem Etuikleid erinnerten an die verzweigte Form eines Korallenriffs. Wie eine Medusa wirkte zudem ein Modell mit einem tentakelartigem Saum, dessen Fasern bei jedem Schritt in einer fließenden Bewegung, gleich dem Schwimmzug einer Qualle, auf- und abschwangen - mit einer lähmend schönen Wirkung. Dieses Kleid beeindruckt mich am meisten. Auch in den Schuhen wiederspiegelte sich das Konzept der Kollektion: Schwarze Plateaus waren ebenfalls mit den glänzenden Fasern geschmückt und neben Booties mit korsagenartigen Flechtungen ein Blickfang.

Bild: www.vogue.com

Dawid Tomaszewski: In Berlin präsentierte Dawid Tomaszewski eine märchenhaft schöne Kollektion, inspiriert von der Vergänglichkei. Statt die Models über den Laufsteg zu schicken, standen diese auf 
drehbaren Podesten im abgedunkelten Studio des Berliner Modezeltes, die sich zu klassischer Musik drehen. Die Kleider und Anzüge sind mit Federn geschmückt, aufwendige Stickereien und Swarovskisteine sorgen für ein romantische Komposition. Die Models tragen geheimnisvolle Masken aus Bast und in Spitzenoptik. Die Farbwahl stellt sich zusammen aus antikem Rosé, Grün und verschiedenen Pastelltönen. Blumenmuster verweisen auf Gemälde aus dem 18. Jahrhundert.    
Bild: www.vogue.comwww.vogue.com
Mongrels in Common: Eröffnet wurde die Show des Berliner Duos mit einer tiefseeblauen Latzhose und XXL-Kette als Accessoire. Es folgten: Unkomplizierte Hemdkleider, die an Heidi in den Bergen erinnerten sowie Looks mit braun-blauen Farbverläufen - eine gelungene Verbindung von Berg und Tiefsee. Ebenso spannend: Die Kombination aus curryfarbener Marlenehose mit Chiffonbluse in Rosé. Ein Look, der die perfekte Mischung aus Retro- und Moderne symbolisierte. Weiterer schöner Stilbruch in der Kollektion waren grafische Lackleder-Pumps sowie Entwürfe in Grasgrün und Tiefseeblau, die zusammen mit weichen, fließenden Silhouetten Heidi von der Alm ins wahre Leben holten.    
Bilder: www.vogue.com
Den Krönenden Abschluss der Berliner Fashionweek bildete die Show von A.F. Vandevorst: Der Designer zeigte Dunkles, vermehrt Schwarzes, Graues und Dunkelbeiges akzentuiert mit einem in letzter Zeit häufig gesehenen warmen Rot. Am liebsten natürlich auf den Lippen, doch wahlweise auch an den Schuhsohlen zu sehen.
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Das All-Over-Muster in Querstreifen erinnerte zwangsläufig an die Uniform von Gefängnisinsassen (wenn sie diese überhaupt noch tragen) und die als Oberteil umfunktionierten Tücher waren an den Kanten mit Bommeln versehen und liessen das Pali-Muster vermissen.
Bild: www.vogue.com
Drapiert wurde nach Manier von Haider Ackermann, die mehrfachen Lagen schlungen sich um den Hals und wurden zur Akzentuierung der weiblichen Silhouette in der Taille mit schmalem Gürtel zusammengerafft. Gerne wurde ein offenes Hemd um die Hüfte geschlungen, so dass die querliegende Knopfleiste als Dekoration der Hinteransicht umfunktioniert werden konnte.
Bilder: www.vogue.com
Highlight dieser geomterischen Verschiebung war definitiv der um eine Schulter gehangene Wintermantel, der wiederum mit Gürtel in der Hüfte dort gehalten wurde, wo er bleiben sollte. Der hohlkreuzfixierte Gang der Models half hier natürlich dabei, die an den Körper gelegten Kleidungsstücke am Herabfallen zu hindern.Alles in Allem bildete diese Show den Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Berliner Fashionweek.
Bild: www.vogue.com

Fashion Weeks – einige Impressionen

Sonntag, 10. Juli 2011

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der Mode. Es fanden nämlich die Pariser und Berliner Fashion Weeks statt. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Währendem an der Pariser Modewoche die Haut Couture Schauen mit den Kollektionen Herbst/Winter 2011/12 im Zentrum standen, waren es an der Berliner Fashionweek die Jungdesigner, welche mit ihren neuen Kreationen für Frühling/Sommer 2012 zu brillieren versuchten. Jedenfalls markieren beide ein Highlight für sich in der Modewelt.
Hier einige Impressionen der Chanel, Armani und Givenchy Haute Couture Kollektion Herbst/Winter 2011/12 präsentiert an der Pariser Fashion Week.

Bilder: http://www.magazin-z.ch/

Dies ist die neueste Chanel Haute Couture Kollektion entworfen von Karl Lagerfeld, Modezar seines Zeichens. Die Kollektion wirkt etwas verhalten, doch tärgt sie durchaus die typischen Merkmale von Chanel.

Bilder: http://www.magazin-z.ch/

Hier präsentiert Gorgio Armani seine Haute Couture Kollektion Armani Privé. Die Kollektion ist von einem asiatischen Thema inspiriert. Die Kleider sind schmal geschnitten mit Pagoden-Schultern versehen. Weiter sind Bustiers eingearbeitet. Der Meister verwendete vor allem schwarzen Samt, hin und da sticht auch ein Kleidungsstück in Mandarin hervor. Alles in Allem sehr glamourös

Zu guter Letzt noch die fantastischen Roben von Ricardo Tischi entworfen für Givenchys Haute Couture Linie. Diese repräsentieren regelrechte Kunstwerke. So wurden in tausenden von Arbeitsstuden Chantilly-Spitze, luftige Federn, Seiden Tüll, roher Cashmere, Metall-Kette und schimmernde Perlen zu wundervoll, atemberaubenden Kleider verarbeitet. Die Farben sind dabei dezent in Weiss, Ecru, Elfenbein und Gold gehalten.

Bilder: http://www.magazin-z.ch/

The Godfather of Hoof-Shoes

Montag, 4. Juli 2011

Bilder via Les Mads, nelly.de und insidevandy.com

Dank unser aller Liebling Jeffrey Campbell ist das Thema Hufschuh aus der Bloggerwelt nicht mehr wegzudenken. Fast keine Lookbooker- oder Bloggerin kann mehr auf den ultimativen Hufschuh aka "Lita" verzichten. Da aber der gute Mr. Campbell für mich langsam aber sicher der Grossmeister des kopierens und des Ideenklaus ist, stellt sich für mich unweigerlich die Frage: "Wo hat das Phänomen Hufschuh seinen Ursprung?"

Die Antwort liegt auf der Hand: Das enfant terrible der Modewelt, Alexander Mc Queen, hat den Hufschuh mit seinem "Armadillo" salonfähig gemacht. Denn spätestens seit Alexander Mc Queens Frühjahrskollektion 2010 war der Hufschuh in aller Munde. Kann man so etwas überhaupt tragen? Ist es ästhetisch? Bei McQueen fiel die Antwort eindeutig aus. Ja, dass ist tragbar und auch ästhetisch. Der Schuh von McQueen war ein Show-Schuh. Zu kaufen gibt es ihn nicht.

Auch andere Designer sind im Laufe des Jahres 2010 auf den Zug aufgesprungen: Beispielsweise hat Iris van Herpen für United Nude 2010 eine sehr ästhetische und auch tragbare Variante des Hufschuhs entworfen. Bei genauerem recherchieren stösst man dann aber unweigerlich auf die Balenciaga Harness Boots aus der Herbstkollektion 2006 (die ich persönlich hammermässig finde). Also bereits vor 5 Jahren waren Huf an unseren Füssen ein Thema in der Modewelt. Der Trend stiess jedoch auf starke Ablehnung. Und erst MK Olsens beharrliches tragen der Harness Boots und die Duplikate von Sam Edelman, die "Zoe Boots", haben den Trend zum Hufschuh im Jahr 2009 langsam eingeläutet.
Ob das Phänomen Hufschuhs uns noch einige Saisons erhalten bleibt, werden wohl die kommenden Fashionweeks in den Modemetropolen zeigen. Ich für meinen Teil würde langsam aber sicher für einen neuen Trend an unseren Füssen plädieren.

Arcade Fire auf dem Les Eurockeennes

Sonntag, 3. Juli 2011


Ich bin gerade am Packen für einen Kurzausflug nach Belfort (F). Dort findet seit Freitag das Les Eurockeennes Festival statt. Heute ist der letzte Tag und den krönenden Abschluss macht niemand anderes als Arcade Fire.
Arcade Fire ist seit sie dieses Jahr den Grammy for best Album für «Suburbs» gewonnen haben in aller Munde. Meiner Meinung nach hätten sie den Erfolg schon viel früher verdient, denn die älteren Alben gefallen mir persönlich viel besser. So gehört «Neon Bible» zu meinen allgemeinen Favoriten. Das Spezielle ist, dass sich die kanadische Band um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne zeitweise aus 8 Mitgliedern zusammensetzt. Der Stil von Arcade Fire zeichnet sich durch eine Mischung von Indie-Rock, Folk und und Art-Rock aus. Trotzdem stehen in einzelnen Songs auch, für diese Genres eigentlich eher unübliche, Instrumente wie Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser im Vordergrund. Wer Arcade Fire trotz ihres grossen Erfolges noch nicht kennt –sollte dies unbedingt nachhohlen.
Nebst Arcade Fire tretten natürlich auch noch weiter Bands auf Aaron, The Do, Crystal Castles (auch einer meiner Lieblings Bands) und unter anderem die Oasis Spinoff-Band Beady Eye. Schaue wir mal was die so ohne Noel zu bieten haben. Aber viel erwarte ich nicht, denn Beady Eye scheint mir -bei aller Liebe für die Beatles- einfach zu beatlesk und zu wenig innovativ.
Ich freu mich riesig mein Wochenende bei Sonnenschein und guter Musik ausklingen zu lassen. Hier noch ein paar Zückerchen für die Zuhausgebliebenen und für diejenigen, welche Arcade Fire und Crystal Castles noch nicht kennen:
Arcade Fire -«Neon Bible» aufgenommen in einem Aufzug

Crystal Castles - «Vanished»


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